Smarte Textilien werden in Arbeits- und Schutzkleidung eingesetzt, finden ihren Weg in den Sport – und immer stärker auch in die Mode. Mit der wachsenden Verbreitung steigt jedoch eine Frage: Was passiert am Ende des Produktlebenszyklus mit Textilien, in denen Sensorik, Leiterbahnen und Elektronikbauteile stecken?
Genau hier setzt das Forschungsprojekt ReSiST-AR (Recycling Strategies of Smart Textiles & automated Robotics) der Hochschule Osnabrück an. Ziel ist es, zwei Stellschrauben gleichzeitig zu bewegen: Smart Textiles sollen recyclinggerechter designt werden – und die Sortierung soll künftig so automatisiert werden, dass regionale Recyclingkreisläufe realistisch werden. Als Industriepartner ist moduco Teil dieses Projekts.
Warum wir als moduco dabei sind
Unsere Zusammenarbeit mit der Hochschule Osnabrück hat eine lange Geschichte. Seit mehreren Jahren arbeiten wir erfolgreich zusammen – lösungsorientiert und mit einem klaren Anspruch: Forschungsergebnisse sollen nicht im Labor enden, sondern in Anwendungen überführt werden, die sich in Industrie und Handwerk bewähren.
ReSiST-AR verbindet Themen, die uns bei moduco täglich beschäftigen: Automatisierung, Robotik und die Frage, wie man komplexe Prozesse stabil, sicher und wirtschaftlich betreibt. In vielen Branchen ist die Automatisierung heute nicht mehr „nice to have“, sondern Voraussetzung, um Qualität zu sichern, Kapazitäten zu schaffen und Fachkräfte zu entlasten. Gleichzeitig wächst der Druck, Ressourcen effizienter zu nutzen und Kreisläufe zu schließen. Robotik kann beides unterstützen – wenn sie so entwickelt wird, dass sie robust genug für reale Bedingungen ist.
Wer wir sind: Robotik und Automatisierung für das verarbeitende Gewerbe
moduco ist eine Fachfirma für Automatisierung und Robotik aus Lingen. Wir helfen Unternehmen aus dem verarbeitenden Gewerbe dabei, Schlüsseltechnologien wie Industrieroboter und Cobots sinnvoll einzusetzen – von der ersten Idee über die Auslegung und Integration bis zur Inbetriebnahme und dem stabilen Betrieb.
Unsere Projekte drehen sich häufig um eine zentrale Herausforderung: In der Realität liegen Werkstücke selten „perfekt“ bereit. Teile sind ungeordnet, chaotisch gestapelt, überlappen sich oder variieren in Form und Oberfläche. Genau in solchen Situationen entscheidet sich, ob Robotik wirklich produktiv wird. Deshalb arbeiten wir seit Jahren mit kamerabasierten Systemen – insbesondere mit 3D-Kameras –, um Objekte zuverlässig zu erkennen, zu lokalisieren und für den Greifprozess aufzubereiten.
Die besondere Herausforderung: forminstabile Objekte wie Textilien
Das Sortieren von Kleidung per Roboter ist eine eigene Liga. Während klassische Anwendungen oft mit formstabilen Bauteilen arbeiten, verhalten sich Textilien völlig anders: Sie sind weich, verformbar, liegen gebündelt oder gefaltet und verändern ihre Form bei jeder Berührung.
Aus Robotik-Sicht entstehen dadurch gleich mehrere Aufgaben gleichzeitig:
- Erkennen: Was genau liegt da? Handelt es sich um ein smartes Textil oder „normale“ Kleidung?
- Lokalisieren: Wo ist ein sinnvolles Greifziel, wenn sich Falten überlappen oder Stoffteile verdeckt sind?
- Greifen: Mit welcher Strategie lässt sich das Teil aufnehmen, ohne dass den Prozess instabil macht?
- Takt & Robustheit: Wie bleibt das System verlässlich, wenn Material, Verschmutzung und Lage ständig variieren?
Genau an dieser Schnittstelle aus Sensorik, Algorithmik und Greiftechnik können wir bei moduco unsere Erfahrung aus realen Automatisierungsprojekten einbringen.
Unser Beitrag im Projekt: Praxiswissen für robuste Automatisierung
Im Rahmen von ReSiST-AR fließt unsere Expertise besonders in den Transfer von Forschung in industrielle Umgebungen ein. Denn ein Prototyp kann im Labor hervorragend funktionieren – der entscheidende Schritt ist jedoch die Frage, ob ein System auch unter Alltagsbedingungen zuverlässig läuft.

Warum das wichtig ist: Regionale Recyclingkreisläufe ermöglichen
Ein Kernziel von ReSiST-AR ist es, Recyclingprozesse so weiterzuentwickeln, dass (smarte) Textilien regional sortiert und verwertet werden können – ohne lange Transportwege und ohne belastende manuelle Sortierarbeit. Dafür braucht es automatisierte Systeme, die smarte Kleidung zuverlässig erkennen und separieren können.
Wenn das gelingt, entsteht ein echter Hebel: Smarte Textilien könnten künftig nicht nur funktional, sondern auch kreislauffähig gedacht werden. Und Robotik kann dabei helfen, Recyclingprozesse effizienter, sicherer und nachhaltiger zu gestalten.
Auch die Medien haben über das Projekt bereits berichtet. Hier geht es zum Beitrag des NDR (ab Minute 14:45).
Unser Fazit
ReSiST-AR ist für uns bei moduco mehr als ein Forschungsprojekt. Es ist die Chance, Robotik gezielt dort weiterzuentwickeln, wo sie gesellschaftlich und wirtschaftlich Wirkung entfalten kann: beim Aufbau neuer, nachhaltiger Wertschöpfungsketten. Wir freuen uns, gemeinsam mit der Hochschule Osnabrück und weiteren Partnern daran zu arbeiten, dass aus einer anspruchsvollen Idee eine Lösung wird, die im industriellen Alltag besteht – und damit den Weg für regionale Recyclingkreisläufe smarter Textilien ebnet.
Erfahren Sie mehr zu unseren Projekten, in denen wir unsere Expertise gezielt einbringen.